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Tipps

"Der erste Tag in der Kita" –
Wie binde ich die Eltern des geflüchteten Kindes ein?

Wirklich Ankommen bedeutet für Flüchtlingsfamilien "Land und Leute" kennenzulernen: eine Kultur entdecken, eine Sprache lernen und auch ein Bildungssystem begreifen. Sie als pädagogische Fachkraft können den Eltern dabei helfen, unsere Idee von "Kita" zu verstehen und Vertrauen zu schöpfen.

Eine Erwachsene forscht zusammen mit vier Kindern zum Thema Strom
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Mit ein paar einfachen Ansätzen können Sie als pädagogische Fachkraft die Eltern des geflüchteten Kindes dabei unterstützen, deutsche Kitas besser kennenzulernen.

Wir haben Tipps zum Thema zusammengetragen, um allen Beteiligten den Start in die Kita zu erleichtern. Unsere Quellen sind die Angebote der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Brandenburg und des "Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V." (nifbe) sowie das Buch "Ankommen – Willkommenskultur in der Kita".

Eltern "Kita" erklären

Informieren Sie die Eltern über die Idee der Kita in Deutschland, über die Ziele und Aufgaben. Geben Sie ihnen einen Einblick in den Kita-Alltag, die Abläufe und Regeln. Besonders wichtig ist es die Zusammenarbeit mit den Eltern hervorzuheben. Erklären Sie den Stellenwert von Festen und anderen Veranstaltungen im Jahresverlauf. Aufgrund der Sprachbarriere ist es meistens sinnvoll, Infos auch schriftlich in kurzen Stichpunkten mitzugeben. So können die Eltern diese zu Hause oder in der Unterkunft noch einmal in Ruhe durcharbeiten und ggf. übersetzen.

Fotos vom Kind im Kita-Alltag

Um Vertrauen zu gewinnen, die Eltern einzubinden und den Kontakt zu pflegen, kann es hilfreich sein, den Eltern Fotos und Bilder ihres Kindes zu geben, die in der Kita entstanden sind. Manchmal sind die Eltern ängstlich und besorgt, weil sie das neue System noch nicht kennen und schwer einschätzen können, wie es ihrem Kind geht. Wählen Sie Fotos, auf denen das Kind mit anderen Kindern spielt, an etwas werkelt oder forscht. Das zeigt, dass es dem Kind gut geht und gibt den Eltern einen Blick "hinter die Kulissen".

Materialien für zu Hause

Auf der Flucht hatten die Familien nur das Nötigste dabei. Bücher oder CDs für die Kinder gehören eher nicht dazu. Sie können die Familie unterstützen, indem Sie im Internet nach Kinderliedern, Hörspielen oder mehrsprachigen Bildergeschichten suchen, diese ausdrucken bzw. auf CD brennen und den Eltern als Unterstützung anbieten.

Sie können die Eltern auch bitten, Geschichten, Lieder oder Gedichte in ihrer Muttersprache aufzunehmen. Wenn ihr Kind Heimweh hat, kann es die Aufnahmen in der Kita anhören. Wenn Sie eine Übersetzung haben und die Eltern einverstanden sind, können Sie diese auch nutzen, um gemeinsam mit der Gruppe die andere Kultur besser kennenzulernen.

Elterncafé

Ein wöchentliches Elterncafé kann helfen, den Kontakt aufzubauen und zu halten. Die Eltern können sich untereinander austauschen und Sie können über anstehende Themen und Veranstaltungen informieren oder gemeinsam mit den Eltern neue Ideen entwickeln.

Im Interview spricht Diplom-Psychologin Paula Döge darüber, wie pädagogische Fach- und Lehrkräfte Flüchtlingskindern den Start in die Kita noch erleichtern können.

Quellen:

Die praktische Handreichung der AWO Brandenburg "Ankommen braucht Wissen, Zeit und Struktur!".

Das Buch "Ankommen – Willkommenskultur in der Kita" herausgegeben von Barbara Leitner und Jutta Gruber und erschienen im "Verlag das Netz".

Das Angebot des "Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V." mit vielen anderen hilfreichen Informationen zum Thema und zum Kita-Leben allgemein.

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