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Interview: Drei Fragen an. . .

Stefan Schröder. Traumapädagoge vom Institut für Traumapädagogik Berlin

Wie verhalte ich mich als pädagogische Fach- oder Lehrkraft am besten gegenüber Kindern, bei denen ich eine Traumatisierung vermute? Stefan Schröder, Traumapädagoge vom Institut für Traumapädagogik Berlin gibt einige Tipps zum Umgang mit traumatisierten Kindern im Kita- und Schulalltag.

Wie reagiere ich als pädagogische Fach- oder Lehrkraft, wenn ich bemerke, dass ein Kind apathisch in der Ecke sitzt? Wie kann ich ihm in dem Moment helfen?

Stefan Schröder sitzt im weißen Seminarraum auf einem Stuhl.
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Stefan Schröder ist Traumapädagoge aus Berlin.

Stefan Schröder: "Reagieren Sie so, wie bei jedem anderen Kind auch. Nehmen Sie das Kind so an, wie es in dem Moment ist und signalisieren Sie ihm, dass es völlig Okay ist, wenn es jetzt für sich sein möchte. Außerdem ist es gut, wenn Sie dennoch deutlich machen, dass sich das Kind Ihnen anvertrauen kann, wenn es das will und dass es jederzeit wieder zu Ihnen und zu den anderen kommen kann, wenn ihm danach ist."

Manchmal verarbeiten traumatisierte Menschen ihr Traumata, indem sie wie wild um sich schlagen oder auch Laufbewegungen machen. Warum? Können Sie das kurz einordnen?

S. S.: "Das Gehirn 'holt nach', was zum Zeitpunkt des traumatischen Ereignisses nicht möglich war. Zum Beispiel versuchen einige Menschen, sich zu verteidigen, dann schlagen sie wild um sich oder zu fliehen; das äußert sich in Laufbewegungen. In solchen Momenten ist es gut und heilsam, diese körperlichen Reaktionen zuzulassen."

Haben Sie drei grundlegende Verhaltenstipps für außergewöhnliche Situationen im Alltag mit traumatisierten Kindern?

Nicht das Kind ist verrückt. Aber die Situation war es, in der das Kind sich befand.

S. S.: "Ja, die habe ich.
Erstens: Sagen Sie dem Kind, dass es nicht verrückt ist, sondern dass die Situation, die das Trauma ausgelöst hat, verrückt war und das Kind ganz normal darauf reagiert. 
Zweitens: Gehen Sie immer davon aus, dass das Kind einen guten Grund hat, sich so zu verhalten, wie es das tut. 
Und drittens: Sorgen Sie gut für sich selbst! Der Umgang mit außergewöhnlichen und belastenden Situationen ist oft schwer auszuhalten und es ist wichtig, gut auf sich selbst zu achten."

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