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Erfahrungsbericht: Sprachliche Bildung

"Etwas selbst zu tun, ist der Schlüssel zum Verstehen."

Hilft Forschen Kindern dabei, eine Sprache zu lernen? "Absolut", ist sich Simone Wagner sicher. Hier erzählt die Gesamtleiterin der städtischen Kindertagesstätten in Bönnigheim aus dem Kindergarten-Alltag in einem "Haus der kleinen Forscher".

 Frau und Mädchen schauen einen Eiskristall durch eine Lupe an
© Steffen Weigelt/ Stiftung Haus der kleinen Forscher
"Was beobachtest Du?" Die Reflexion über selbst durchgeführte Versuche regt zum Sprechen an

Wie kommt bloß dieses kleine Loch in die Nuss?

Die Fachkräfte können die Kinder aber auch zu gemeinsamen Diskussionen anregen: Einige Kinder hatten eine Nuss im Garten gefunden, in der sie ein kleines Loch entdeckten und sich nun fragten, wie es dort hinein kommt. "Was meinen denn die anderen?", fragte die Erzieherin in die Runde und sogleich legten die Kinder los: "Ich glaube, das war ein Käfer." "Das war ein großes Tier, das hat die halbe Nuss gegessen und ist dann weggelaufen." "Ein Eichhörnchen war das – das hat ein Loch in die Schale gemacht, hat die Nuss gefressen und die Schale gelassen." "Das kleine Loch hat ein Wurm in die Schale gefressen."

Ganz schön viele Ideen, die die Kinder hatten. Wie konnten sie jetzt weiter machen? Die Erzieherin gab den nächsten Impuls: "Wie können wir heraus bekommen, welches Tier das nun war?" Die erste Idee: "Wir müssen uns nachts hier im Garten verstecken!" Doch prompt kam der Einwand: "Nee, das darf ich nicht." Ratloses Schweigen folgte. Da kam der nächste Tipp von der Erzieherin: "Vielleicht können wir jemanden fragen, der sich gut mit Tieren auskennt?" "Ja, den Tierpfleger in der Wilhelma. Wir schicken dem ein Foto von der Nuss." "Oder dem Förster, der kennt sich mit Tieren aus, der pflegt nämlich den Wald." Und das machten die Kinder dann auch zusammen mit ihrer Erzieherin.

"Sprache ist Teil von allem und lässt sich nicht loslösen!"

"Sprache lässt sich nicht loslösen", sagt Simone Wagner, "sie ist Teil von allem. Egal ob wir Bauen und Konstruieren, Vorlesen, Basteln, Singen oder auch Experimentieren." Wichtig für die Kinder sei immer, selbst Erfahrenes, Gesehenes oder Gehörtes in eigene Worte zu fassen. "Beim Experimentieren ist es wichtig, dass die Kinder etwas selbst tun. Das ist der Schlüssel zum Verstehen. Da kann ich noch so lange etwas erklären oder vorführen – das hat niemals denselben Effekt, als wenn die Kinder etwas selbst gemacht haben."

Das sei auch für Kinder wichtig, die zweisprachig aufwachsen, oder in deren Elternhaus eine andere Sprache gesprochen werde, wie Simone Wagner bei den Kindern mit Migrationshintergrund immer wieder in den Kitas beobachten kann. "Das eigene Tun regt an, etwas selbst in Worte zu fassen. Dadurch wird das Entdecken und Forschen ebenso elementar wie singen und lesen."

Ob zur Förderung der Sprache aber in erster Linie gesungen, gelesen oder experimentiert werde, hinge immer von den persönlichen Vorlieben der Fachkraft ab, sagt Simone Wagner: "Sie nehmen eine Schlüsselrolle ein. Nur wenn sie selbst begeistert bei der Sache sind, können sie ihre Begeisterung auch auf die Kinder übertragen."

INFO:

Die städtischen Kitas haben sich mit einer Projektarbeit zum Thema "Auto" an dem bundesweiten Kita-Wettbewerb "Forschergeist 2016" von der Deutsche Telekom Stiftung und der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" beteiligt. Die Preisträger und weitere Informationen finden Sie unter www.forschergeist-wettbewerb.de.

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