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Bericht

Berlins Regierender Bürgermeister Müller forscht mit Kindern einer Willkommensklasse

Die Kinder in der Willkommensklasse der Berliner Schinkel-Grundschule entdecken und forschen regelmäßig mit Forscher-Ideen aus dem "Haus der kleinen Forscher" und luden dazu den Regierenden Bürgermeister von Berlin ein. Michael Müller kam gerne und beobachtete begeistert, wie die Jungen und Mädchen dabei ganz nebenbei ihren Wortschatz erweitern.

Kinder der Willkommensklasse beim Forschen
© Stiftung Haus der kleinen Forscher/Michael Schmidt
Kinder der Willkommensklasse bauen Objekte, die sich auf einem Seil in der Balance nach unten bewegen.

Wie balanciere ich ein Messer auf dem Finger, wie eine Gabel? Kann ich aus dem Sitzen aufstehen, ohne mich nach vorne zu beugen? Und wie baue ich etwas, das sich auf einem Seil in der Balance nach unten bewegt? Bei der Forscherstunde in der Schinkel-Grundschule drehte sich alles rund um das Thema "Schwerpunkt".

Balance halten

Und so beginnt die Stunde sportlich: Beim Balancieren auf einer umgedrehten Turnbank. Ein perfekter Einstieg ins Thema; denn hierbei ist es ganz egal, ob die Kinder schon gut Deutsch sprechen können oder noch nicht. Die Jungen und Mädchen sind begeistert bei der Sache und zeigen, wie gut der eigene Gleichgewichtssinn ist – meist ganz ohne Worte, aber mit viel Spaß und Freude.

"Gerade der spielerische Umgang mit Natur und Technik bietet sich an, um das Selbstvertrauen von Kindern zu stärken, auch wenn deren Sprachkenntnisse noch begrenzt sind", erklärt Michael Fritz, Vorstand der Stiftung "Haus der kleinen Forscher", und ergänzt: "Pädagoginnen und Pädagogen können dazu beitragen, geflüchteten Kindern ein Gefühl des 'Angekommen-Seins' zu geben – indem sie die Mädchen und Jungen für das anerkennen, was sie bereits können."

Der Spaß steht immer im Vordergrund

Der Spaß steht in der Forscherwerkstatt immer im Vordergrund – das Sprechen kommt dann schon von ganz alleine, so die Erfahrung der Lehrkräfte. Zum Beispiel, wenn die Kinder ausprobieren, welche Dinge sich gut auf einem Finger balancieren lassen. Doch zuerst geht es auf die Suche nach Gegenständen: Gabeln, Scheren, Buntstifte und Federn, alles wird zusammengetragen. Bei dem einen oder anderen Objekt dauert es eine ganze Weile, bis die Kinder den Dreh raus haben und bis sie deren Schwerpunkt finden… vor allem bei unsymmetrischen Formen. Aber besonders schwierig lassen sich die Gegenstände auf dem Finger balancieren, die aus mehreren miteinander verbunden Dingen bestehen. Das wirft Fragen auf und gemeinsam diskutieren die Kinder darüber, warum einige Gegenstände so schwer ins Gleichgewicht zu bringen sind.

Aufbauend auf diesen Erfahrungswerten bauen die Jungen und Mädchen Gebilde aus Spießen, Styroporkugeln, Lego, Pfeifenreinigern und vielem mehr. Und dann wird überprüft: Bewegen sich die gebauten Gegenstände auf einem Seil in der Balance nach unten?

"Schwerkraft", "Schwerpunkt", "Balance" – eine ganze Reihe von Fachwörtern, aber auch Materialbezeichnungen, benutzen die Kinder so selbstverständlich wie "Fenster", "Tür" und "Hallo". Durch die vielen Wiederholungen werden die Worte in den aktiven Wortschatz der Jungen und Mädchen eingebaut.

Michael Müller hat Spass beim Entdecken und Forschen
© Stiftung Haus der kleinen Forscher/Michael Schmidt
Nicht nur die Kinder haben Spaß am Entdecken und Forschen – auch Michael Müller ist mit Freude dabei.

Kinder wollen Forschen und Entdecken – das ist ein universell verbindendes Element

Prof. Jürgen Mlynek, Vorsitzender des Stiftungsrates des "Hauses der kleinen Forscher", berichtet von seinen Beobachtungen: "Kinder begegnen unbeantworteten Fragen mit großer Neugier. Sie wollen Antworten finden – und das ist überall auf der Welt gleich. Aber es ist nicht selbstverständlich, dass dies allen Kindern möglich ist. Es freut mich zu sehen, dass die Kinder hier in der Forscherwerkstatt gemeinsam mit den Lehrkräften begeistert entdecken und forschen können."

Kinder aus 20 Nationen lernen gemeinsam

Wie es dazu kam, dass in der Willkommensklasse der Schule regelmäßig geforscht wird? Ganz einfach: In der Charlottenburger Kiezschule werden Schülerinnen und Schüler aus circa 20 Nationen gemeinsam unterrichtet. Sprachanfänger werden in den sogenannten Willkommensklassen auf den deutschen Schulalltag vorbereitet. Die Kinder in der Klasse sprechen zu Beginn also kaum oder gar kein Deutsch. Da aber auch in den Regelklassen entdeckt und geforscht wird, entschieden die pädagogischen Fach- und Lehrkräfte, forschendes Lernen fest im Alltag aller Mädchen und Jungen zu verankern. Und sie stellten fest: Das gemeinsame Beobachten und Ausprobieren fördert nicht nur die Neugier und Begeisterung für Naturwissenschaften, sondern hilft auch beim Spracherwerb.

Das stellte auch der Regierende Bürgermeister fest: "Die Neugier und das gemeinsame Forschen verbindet", sagte Michael Müller. "Gemeinsame Ziele und Leidenschaften fördern das schnelle Erlernen der Sprache und den Zusammenhalt. Das müssen wir fördern, damit Integration gelingt und jede und jeder gleichermaßen an Bildung teilhaben kann. Ich freue mich daher sehr, dass dieses Ziel hier durch die Stiftung 'Haus der Kleinen Forscher' unterstützt wird".

Die Forscherideen

Alle Forscherideen zum Thema finden Sie auf der Website des "Hauses der kleinen Forscher". Auch in anderen Grundschulen ergänzen sich sprachliche Bildung und Forschung, zum Beispiel in der StädteRegion Aachen. Erfahren Sie mehr dazu: "Deutsch lernen mit Forscher-Ideen vom 'Haus der kleinen Forscher'".

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