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Bericht

Der leckerste Elternabend des Jahres

Einmal im Jahr lädt die deutsch-französische Kita in Trier zum Abend "Eltern kochen für Eltern" ein. Das Geheimrezept von Kita-Leiterin Dagmar Dénes: Auch Eltern, die nicht zu regulären Elternabenden erscheinen, lassen sich das kulinarische Zusammentreffen nicht entgehen.

Eltern sitzen gemeinsam am Tisch und reichen sich Essen an.
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Beim gemeinsamen Essen lernen sich die Eltern kennen

"Für mich bedeutet Integration, bei aller Verschiedenheit auf die Gemeinsamkeiten zu schauen", erklärt Dagmar Dénes. Ganz oben auf der Liste dieser Gemeinsamkeiten steht für die Leiterin der Deutsch-Französischen Kita der Stadt Trier gemeinsames Essen. Sie sagt: Beim Kontakt mit den Eltern habe das gemeinsame Essen einen Riesenfortschritt gebracht.

Die Kinder bekommen ihr eigenes Essen

Einmal im Jahr – für manche viel zu selten – widmet die Kita einen Abend dem gemütlichen Beisammensein bei Leckereien aller Familien der Kita. Während im ersten Stock des mehrgeschossigen Gebäudes sowohl Kita-Kinder als auch ältere Geschwister von einer Fachkraft und zwei Praktikantinnen betreut werden und Spaghetti mit Tomatensoße bekommen, bauen im zweiten Stock die gekommenen Eltern ein reichhaltiges Büffet auf: Trierer Mehlknödel neben spanischer Tortilla, vegetarische Quiche neben selbstgemachter Falafel. Dazu gibt es von einer Mutter zubereitete alkoholfreie Erfrischungen mit Minze.

"Geplant ist, dass wir richtig zusammen kochen", sagt Dénes. "Arabisch, afrikanisch oder auch mal deutsch." Bisher ließen das leider die Hygienevorschriften nicht zu, dafür wurde in der Vergangenheit im Sommer zusammen gegrillt. Hier hätten sich deutliche kulturelle Unterschiede gezeigt: Deutsche Familien brachten ihre Portion mit, arabische gerne auch genug, um es mit allen zu teilen. Selbstverständlich war für die Leiterin, dass es einen zweiten Grill gab, auf dem kein Schweinefleisch gebraten wurde. "Das mag für uns vielleicht befremdlich sein, aber mit einer so kleinen Geste können wir signalisieren: Wir denken daran."

Willkommen in allen Sprachen

Porträt von Dagmar Dénes
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Dagmar Dénes

Gerne wird der "Eltern kochen für Eltern"-Abend auch mit kreativen Aktionen verbunden. So prangen an der Front des Hauses Holzschilder mit dem Wort "Willkommen" in allen Sprachen, die in der Kita gesprochen werden. Die Kinder konnten sie während eines Grillfestes bemalen. Die Vorlage geschrieben aber haben die Eltern. "Auch Eltern, die nach mehreren Jahren noch nie einen Rückmeldezettel abgegeben haben", sagt Dénes. "Als wir sie gebeten haben, das Wort 'Willkommen' in ihrer Sprache aufzuschreiben, war der Zettel am nächsten Tag da."

Auch am diesjährigen Abend sitzt die Kita-Leiterin am Tisch mit einem Elternpaar, das nur wenig Deutsch spricht, und nutzt das gemeinsame Essen für die Kontaktaufnahme. "Wir müssen gelassener werden im Umgang mit Unterschieden", sagt sie. "Wenn wir nur immer wieder signalisieren, dass hier jeder eine Bereicherung ist, dann werden viele Dinge im Zusammenleben leichter." Der Druck, sich um jeden Preis integrieren zu müssen, verschwinde dann nämlich.

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