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Ein Kunstprojekt für Kinder und Jugendliche mit Flucht- und Migrationshintergrund

Steine der Welt – Welt der Steine

Beim Kunstprojekt "Steine der Welt – Welt der Steine" haben Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrungen künstlerische Techniken als Mittel zur Reflexion ihrer Umwelt kennen gelernt.

Die originalen Mineralien aus der Ausstellung und die von Kinder gemalten Bilder der Mineralien
© Volkskunstschule Oederan
Beim Projekt "Steine der Welt – Welt der Steine" haben sich geflüchtete Kinder künstlerisch mit Mineralien auseinander gesetzt.

Das Projekt

Das Projekt "Steine der Welt – Welt der Steine" wurde von der Volkskunstschule Oederanins Leben gerufen und in Kooperation mit dem Arbeitskreis Ausländer und Asyl, dem Chemnitzer Künstlerbund e.V. und der Dauerausstellung der Technischen Universität Bergakademie Freiberg ("Terra mineralia") realisiert. Der Projektzeitraum erstreckte sich über ein Jahr von 2015 bis 2016. Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen aus Syrien, Eritrea, Albanien und Afghanistan waren zum Zeitpunkt des Projektes alle in Freiberger Wohnheimen für Asylbewerber untergebracht.

Wie wurde das Kunstprojekt organisiert?

Geflüchtete Kinder spielen in der Dauerausstellung des Museums
Die Kinder entdecken gemeinsam mit den Museumspädagogen spielerisch die Dauerausstellung.
  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: in die Altersgruppe 6-12 Jahre und in die Altersgruppe 13-18 Jahre. Jede Gruppe wurde individuell von einem Künstler betreut.
  • Jede Gruppe besuchte an sechs Terminen die Dauerausstellung "Terra mineralia". Die Dauerausstellung der Technischen Universität Bergakademie Freiberg zeigt über 3.500 Minerale, Edelsteine und Meteoriten aus fünf Kontinenten. Vor Ort bekam die Gruppe ein zum Thema passendes museumspädagogisches Programm. Im Anschluss daran fanden fünf bis sechs themenbezogene Gestaltungstermine in einem Werkstattraum statt. Dabei verarbeiteten die Kinder und Jugendlichen die Erlebnisse aus der Ausstellung künstlerisch.

Welche Themen wurden künstlerisch beleuchtet?

Bunte Bilder, die Kinder in Abklatschtechnik erstellt haben
Inspiriert vom Farbspiel, das Öl auf Wasseroberflächen entfaltet, entstehen Gebilde aus wässrigen Farben auf Papier.
  • "Die Erde lebt!" – Hier ging es um Vulkane, Lava und die Struktur von Gesteinen aus Lava.
  • "Formenzauber Würfel, Rhomben, Kugeln, Stachel, Sterne …" – Die Kinder beobachteten Grundformen in Gesteinen und zeichneten diese anschließend.
  • "Steine haben's mir geflüstert" – In vielen alten Märchen kommen Minerale vor. Die Kinder haben sich aber lieber eine neue Geschichte ausgedacht und in einem selbstgemachten Märchenbuch festgehalten.
  • "Farben der Minerale" – Aus Gesteinsmehl und Öl stellten die Kinder eigene Farben her und nutzten diese für "Höhlenmalereien". Außerdem wurden fluoreszierende Eigenschaften bestimmter Minerale untersucht und Experimente unter UV-Licht durchgeführt.
  • "Edelsteine – schleifen und feilen" – Um einen Eindruck vom Bearbeiten der Edelsteine zu gewinnen, gestalteten sie aus Speckstein Schmuckstücke.
  • "Verwandlungen" – Hier lag der Fokus auf Erdöl und den Produkten, die aus Erdöl entstehen. Vom bunt schillernden Öl inspiriert entstanden Bilder in Abklatschtechnik.

Was hat gut funktioniert?

Rolf Büttner (Leiter der Volkskunstschule Oederan): "Wir sind mit den Kindern über Berge, Vulkane, Steine, Mineralien und Kristalle ins Gespräch gekommen, denn die gibt es überall auf der Welt. Ihre Farben, Formen und Strukturen dienen Menschen seit jeher als Inspirationsquelle. Die Motive sind universell und werden in allen Kulturen verstanden. Die entstandenen Kunstwerke spiegeln die Emotionen der kleinen Künstler wider und teilen uns etwas mit, das mit Sprache vielleicht gar nicht gesagt werden kann."

Gab es auch Dinge, die nicht so gut geklappt haben?

R. B.: "Tja, manchmal sind es kleine Dinge. In unserem Fall Organisatorisches. Wir haben eine eigene Buslinie für das Projekt eingerichtet. Das war toll, weil ein Busunternehmen sich bereit erklärt hat, einen Bus zur Verfügung zu stellen. An einem unserer Museumstermine kam plötzlich niemand und wir wussten zunächst nicht, warum. Es stellte sich dann heraus, dass es eine Baustelle vor der Bushaltestelle gab. Der Bus hat an der Ersatzhaltestelle gewartet, die Teilnehmer 200 Meter weiter. Der Bus ist dann wieder weggefahren. Wir haben viel bei dem Prozess gelernt und würden heute einiges anders vorbereiten. Dennoch: 'Steine der Welt – Welt der Steine' war für uns sehr bereichernd und wir haben uns alle individuell entwickelt."

Gemaltes Bild eines ausbrechenden Vulkans
Die Kinder haben sich sehr für aktive Vulkane interessiert.

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