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Bericht: "Netzwerkstatt" des Berliner Bündnisses Willkommen KONKRET

"Was konkret kann ich tun?"

250 Fach- und Lehrkräfte nutzten in Berlin die Chance, sich auf der "Netzwerkstatt" des Bündnisses für Kinder geflüchteter Familien, Willkommen KONKRET, auszutauschen, zu vernetzen und weiterzubilden. Das Bündnis ist beispielhaft: Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bereich der frühkindlichen Bildung engagieren sich hier institutsübergreifend – sie wollen helfen und unterstützen. Und zwar ganz konkret.

Ein Stück Pappe mit Aufschrift "Lichtenberg", in dem Fähnchen stecken mit Angeboten des Bezirks.
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Welche Angebote bieten die einzelne Bezirke? In der Netzwerkstatt gab es jede Menge Ideen und Anregungen.

"Wir müssen was machen", dachten sich Dorothee Jacobs (Kreativpädagogin), Dr. Christa Preissing von der Internationalen Akademie Berlin und Petra Wagner von Nestwärme e.V.; das war Ende 2014, als sich die Medienberichte von gesunkenen Flüchtlingsbooten häuften und absehbar war: Es werden viele Menschen aus den Krisengebieten zu uns kommen. Menschen mit Kindern. Was können wir tun? Was konkret können wir für diese Kinder tun? Aus diesen Fragen wurden Taten.

Vernetzen, austauschen, weiterbilden

Zunächst einmal nutzten sie ihre eigenen Kontakte im Bereich der frühkindlichen Bildung und brachten Menschen zusammen, die mit Kindern mit Fluchthintergrund arbeiteten: Zum ersten Treffen kamen 26 Leute aus 20 Organisationen – seither sind es jedes Mal mehr geworden. Gut zwei Jahre später, bei der zweiten großen Veranstaltung des Bündnisses im März 2017, versammelten die Referentinnen von Willkommen KONKRET rund 250 pädagogische Fach- und Lehrkräfte aus Berliner Kitas, Grundschulen und Unterkünften in der Werkstatt der Kulturen in Neukölln. Sie wollten den Austausch zum Thema Integration geflüchteter Kinder gewährleisten und vor allem: den Erzieherinnen und Erziehern, Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit zu geben, sich zu vernetzen. Und zwar auch hier wieder: ganz konkret.

Ein gefragtes Thema: "Zusammenarbeit mit Eltern mit Fluchterfahrung"

Mitinitiatorin von Willkommen KONKRET: Dorothee Jacobs.

Acht Workshops hatten die Referentinnen vormittags auf die Beine gestellt: Als erstes war die Liste des Workshops über „Zusammenarbeit mit Eltern mit Fluchterfahrung“ von Günay Darici, Barbara Tennstedt und Zeinab Khalife voll, aber auch die Workshops zum Thema „Trauma“ und die nonverbale Buchwerkstatt von Kim Archipova und Dorothee Jacobs waren sehr gut besucht. Gleichzeitig war das Organisations-Team den Wünschen aus dem ersten Treffen nachgekommen und hatte Gesprächspartner angeboten, die über die politisch-kulturellen Hintergründe und die Fluchtursachen aus ihren Heimatländern berichten konnten: Kava Spartak aus Afghanistan, Napuli Paul und Jennifer Langa aus dem nordafrikanischen Raum, Abdullah Atik und Rafah Azzouqa aus Syrien und Jordanien.

Welche Angebote gibt es in den Berliner Bezirken? Wo sind noch Bedarfe?

Eine Referentin steht auf einer Bühne und hält ein Schild hoch auf dem steht: Notunterkunft. daneben ein Zitat eines geflüchteten Vaters.
Ein Projekt der Evangelischen Hochschule Berlin befasst sich mit der Lebenssituation in Notunterkünften.

Am Nachmittag dann wurde die Vernetzung konkret: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer teilten sich auf in ihre Stadtbezirke: Der Mitarbeiter der Flüchtlingsunterkunft traf auf die Kita-Leitung, die zuletzt einige Kinder aufgenommen hatte, Vertreter aus der Politik waren vor Ort, auch der Integrationsbeauftragte aus Pankow, Max Anders.

So gab die Netzwerkstatt den Teilnehmern und Teilnehmerinnen eine Menge neuer, konkreter Ideen und Anregungen mit auf den Weg – und vor allem auch einige neue Gesichter aus der Nachbarschaft, mit denen sie sich in Zukunft austauschen werden.

Willkommen KONKRET

Die Leitfrage des Berliner Bündnisses lautet: "Was können wir KONKRET tun, um für Kinder geflüchteter Familien, die ihnen laut Kinderrechtskonvention zustehenden Rechte zu sichern, und ihnen von Beginn an Zugang zu frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung zu verschaffen?" So bringt das Berliner Bündnis Willkommen KONKRETMenschen aus unterschiedlichsten Bereichen, Institutionen und Organisationen zusammen, die die Situation von Kindern mit Fluchthintergrund verbessern wollen. Sie treffen sich einmal monatlich, vernetzen und beraten sich und besprechen, welche weiteren Schritte notwendig und machbar sind.

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