Direkt zur Hauptnavigation, zur Unternavigation dem Inhalt oder zum Seitenfuß

Praxisbeispiel

Hamburger Kita-Kinder lernen Deutsch mit Bonobo und viel Musik

So ein Affentheater! Das Konzept "Liederspaß mit Bonobo" unterstützt Kinder spielerisch und musikalisch beim Lernen der deutschen Sprache. In Hamburg setzt das Konservatorium damit Chorprojekte für Flüchtlingskinder um.

Die Personen posieren in einem Innenhof mit Cajon und Gitarre
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Erzieherin Fatma Seyidoglu (ganz links) und die Bonobo-Crew Malte Zill, Luka Sommerfeld, Magnus Landsberg und Nina Graf mit Bonobo-Puppe

Wer ist Bonobo?

"Ich bin Bonobo und wer bist du?" singt Nina Graf, und mit ihr 17 Kinder und vier weitere musizierende Erwachsene. Um den Hals und auf den Händen trägt sie eine Affenpuppe namens Bonobo, die fröhliche Bewegungen zur Musik vormacht. Am Ende einer Strophe zeigen Nina und Bonobo auf eins der Kinder. Das sagt seinen Namen und darf zusammen mit Bonobo in die Mitte des Kreises. Alle singen "Hallo hallo!" und dann wird ein neues Kind ausgewählt, bis alle von Bonobo und der Runde begrüßt wurden.

Das alles findet statt in einer Erdgeschosswohnung der Folgeunterkunft Gleisdreck im Hamburger Stadtteil Billwerder. 2.500 Menschen wohnen hier und die Kinder besuchen gerade einen Ferienkurs, um mit Bonobo Deutsch zu lernen. Einige von ihnen gehen in die Kita Pestalozzi am Gleisdreieck gleich in der Nähe.

Wie funktioniert der Kurs?

Magnus Landsberg zeigt mit seinen Fingern in die Luft, umgeben von Kindern
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Bewegung gehört bei den Liedern dazu

Hinter "Liederspaß mit Bonobo" steckt der Musiklehrer Hans Niehaus. Einen "motivierenden Einstieg in die deutsche Sprache" wollte er schaffen, schreibt er in der Einleitung seines Liederbuchs. Niehaus hat gemeinsam mit seiner Frau Heidi das Konzept entwickelt und zwölf Lieder geschrieben. Wer die zwölf Lieder singt, übt mit vielen Wiederholungen phonetische Phänomene und einfache Redewendungen des Deutschen. Bewegungen gehören dazu. Die Bonobo-Puppe dient als Eisbrecher. Zwischen den Liedern sind Pausen eingeplant, in denen die Kinder Bilder ausmalen und so die Ideen der Lieder auch visuell verarbeiten können. Das Konzept wurde ursprünglich für Deutsch lernende Kinder in der ersten und zweiten Klasse entwickelt.

Wer steckt dahinter?

In Hamburg wird "Liederspaß mit Bonobo" für geflüchtete Kinder vom Hamburger Konservatorium seit 2015 an zwei Standorten angeboten. Gemeinsam mit anderen Projekten wird es vom Programm "Kultur macht stark!" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Die anleitenden Erwachsenen haben musik- und sonderschulpädagogische Hintergründe.

Was passiert, wenn der Kurs zu Ende ist?

Die zwei Gruppen, die im Sommer 2018 mit Bonobo Deutsch geübt haben, bekamen Mitte August die Gelegenheit auf einem Straßenfest am Gleisdreieck gemeinsam ihr Können zu präsentieren. Doch auch sonst hat Bonobo in der Kita ein Eigenleben entwickelt, berichtet Pestalozzi-Erzieherin Fatma Seyidoglu. Im Morgenkreis und anderswo werden Bonobo-Lieder eingefordert und gemeinsam gesungen. Die Sprachbarriere sei dadurch an vielen Stellen gesunken. "Und wenn wir den Text vergessen oder falsch singen, korrigieren uns die Kinder", lacht sie.

Hier gibt’s Bonobo

"Liederspaß mit Bonobo" kann in verschiedenen Paketen im Onlineshop des erfindenker Verlags bestellt werden. Außer Notenheften gehören die Bonobo-Puppe, eine CD und Mappen, in denen die Kinder ihre Bilder sammeln können, zu den Materialien.

Kommentar schreiben

*Pflichtfelder

Kommentar schreiben
Haus der kleinen Forscher auf Facebook Haus der kleinen Forscher auf Twitter Haus der kleinen Forscher auf Youtube