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Praxisbeispiel

Kinder- und Wiegenlieder aus aller Welt

Klare Wiederholungen, Strukturen und eine eingängige Melodie – Singen eignet sich wunderbar, um eine fremde Sprache zu lernen. Das offene, niedrigschwellige Angebot der Bergischen Musikschule in Wuppertal "KIWI – Kinder und Wiegenlieder aus aller Welt" nimmt diese Grundidee auf. Nebenbei baut es soziale Brücken.

Zwei Frauen stehen in einem Singkreis und haben die Hände zu einem Kissen geformt, um "schlafen" zu symbolisieren
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Hayat Chaoui und Junghee Cho singen gemeinsam ein Wiegenlied

Das Klavier zieht die Kinder magisch an: Sobald Junghee Cho den Deckel hochklappt und zu spielen beginnt, stehen gleich zwei, drei Kinder neben ihr, schauen fasziniert zu oder klimpern rechts und links ein wenig mit. Vor dem Klavier kniet Hayat Chaoui auf dem Boden. Vor ihr haben sich in einem Halbkreis Eltern hingesetzt. Ihre Kinder spielen um sie herum. Die beiden Gesangspädagoginnen stimmen das erste Lied an: "Guten Morgen. Buon Giorno. Dzien Dobry. Salam." Immer dienstags laden sie in der Alten Feuerwache in Wuppertal zu "KIWI" ein, um "Kinder und Wiegenlieder aus aller Welt" zu singen.

Ein niedrigschwelliges Angebot

Junghee Cho steht am Klavier, neben ihr ein kleines Kind, das auch auf die Tasten drückt
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Das Klavier übt eine magische Anziehungskraft aus

"Wir wollten ein niedrigschwelliges Angebot schaffen", sagt Hayat Chaoui. Vor rund drei Jahren startete sie dann mit Unterstützung von Karin Glowienka aus dem Ressort Zuwanderung der Stadt Wuppertal das Projekt "KIWI". Sie selbst ist als Gesangspädagogin an der Bergischen Musikschule angestellt.

"Das Singen soll im Alltag eine selbstverständliche Rolle spielen", heißt es in der Projektbeschreibung. "Es hilft beim Einschlafen, spendet Trost, fördert allgemein die Kreativität und stärkt insbesondere emotionale, soziale und sprachliche Kompetenzen.“

"Wir singen Lieder in vielen Sprachen, aus vielen Ländern, aber auch immer auf Deutsch. Das hilft allen, die Inhalte besser zu verstehen und schlägt eine Brücke", erklärt Hayat Chaoui. Kinder und Eltern können sich Melodien einprägen, die Laute und Wörter kommen hinzu, viele der Lieder werden mit Bewegungen verbunden. "Kinder- und Wiegenlieder aus aller Welt" bereichert auf sozialer Ebene, bringt die Mütter zusammen. Die Kinder, die noch keinen Kita-Platz haben, können mit Gleichaltrigen spielen. Das Programm fördert sprachliche Kompetenzen liebevoll und einfach zugleich.

Ein Frühstücksbuffet gehört dazu

Mittlerweile gibt es die "Kinder- und Wiegenlieder" an drei Standorten in Wuppertal. An manchen Tagen kommen 24 Eltern aus den unterschiedlichsten Ländern. Anmeldungen sind nicht erforderlich und "KIWI" ist kostenfrei. Zusätzlich kann sich jeder am bunten Frühstücksbuffet beteiligen. Es gibt Brötchen. Frische Erdbeeren, Käse, Apfelschnitze, Gurken und Tomaten für einen Unkostenbeitrag von nur einem Euro. Die Kinder klettern über Matten auf dem Boden, die Mütter sitzen zunächst auf den Kaffeehaus-Stühlen oder neben den Kindern auf dem Boden und unterhalten sich.

Sigrid van Essen sitzt mit einer Teetasse in der Hand an einem Tisch.
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Sigrid van Essen ist bereit für Gespräche

Vor und nach dem gemeinsamen Singen ist Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch Sigrid van Essen ist anwesend, frühstückt gemeinsam mit den Eltern und sucht das Gespräch. Sie leitet als Hebamme das "Café Kinderwagen". Zusätzlich begleitet sie "KIWI", gibt Tipps und kann gezielt Fragen zu den Themen Stillen, Ernährung, Gesundheit und Erziehung beantworten.

INFO

Das Konzept "KIWI" soll weiter ausgebaut werden und besteht bereits an drei Standorten der Stadt. Es ist eine CD entstanden, eingesungen von den Eltern, und ein Liederbuch; Hayat Chaoui und Junghee Cho haben mittlerweile ein schönes Repertoire an Liedern, viele haben sie selbst übersetzt und dafür gerne die Hilfe der anderen Eltern angenommen.

Mehr Informationen auf "wuppertal.de"

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