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Forschertipp

Mut zum Matsch: Ein Ofen aus Lehm

In einer Baugrube auf dem Gelände des Kindergartens Schloss Einstein entdecken die Kinder unterschiedliche Erdschichten. Die Jungen und Mädchen beginnen, die Erde genauer zu untersuchen. Schließlich wird aus Ton und Lehm ein Lehmbauofen gebaut: Ein Treffpunkt, an dem heute regelmäßig gemeinsam mit allen Eltern Brot gebacken wird.

Ein Junge formt Sand.
Spaß mit Matsch: Die Eispackung wird als Bausteinform entdeckt

"Mein Forschertipp" für die Kita

Kindergarten Schloss Einstein

Ansprechpartnerin
Dagmar Schlinkbäumer (Kita-Leiterin)

Ort
Iserlohn (Nordrhein-Westfalen)

Kinder
80 Kinder, 1 – 6 Jahre

Haus der kleinen Forscher
Seit 2011 "Haus der kleinen Forscher", 2014 und 2016 rezertifiziert

Worum ging es bei dem Projekt?

Wir haben 2016 einen Anbau bekommen. In der Baugrube haben die Kinder gleich die unterschiedlichen Erdschichten bemerkt und waren fasziniert. Also haben wir die Erde untersucht und erforscht. Dabei haben wir Ton und Lehm gefunden und gesehen, dass man mit diesem Material nicht nur matschen, sondern auch wunderbar bauen kann. Das Interesse der Kinder hat uns motiviert, eine Lehmbaustelle einzurichten und einen Lehmofen zu bauen. Der Lehmofen ist inzwischen zu einem Treffpunkt geworden, an dem regelmäßig gemeinsam mit den Eltern Brot gebacken wird. Einige Familien mit Migrations- oder Fluchthintergrund berichteten, dass in ihrer Heimat auch heute noch solche Lehmöfen zum Brotbacken dienen. Sie wussten, wie die Öfen genutzt werden und wie das Brot gut gelingt.

Was haben Sie benötigt?

Eigentlich nur Lehm, Wasser und Matschsachen für die Kinder. Um den Matsch aus den Räumen zu halten, haben wir eine "Matschschleuse" eingerichtet, in der sich die Kinder die Gummistiefel und Regenhosen ausziehen konnten. Zusätzlich zu unserem Lehmaushub haben wir Lehmpulver im Internet bestellt. Für den Lehmofen haben wir als Unterkonstruktion noch einige Ziegelsteine verwendet – man kann so einen Ofen aber auch ebenerdig aufstellen. Wir haben uns den Luxus erlaubt und vier Schamottsteine im Backraum verlegt, damit die Brote auf reinem Stein gebacken werden.

Was haben Sie herausgefunden?

Während eine Gruppe von Kindern zusammen mit Erwachsenen an dem Lehmofen baute, starteten einige Kinder ihre eigenen Projekte auf der Lehmbaustelle. Sie kochten sozusagen ihr eigenes "Lehmsüppchen" oder bauten Burgen, Schwimmbäder oder Häuser. Für das Dach des Ofens haben wir letztlich nicht die Technik mit Holz und Kaninchendraht angewandt, wie sie in einigen Büchern beschrieben ist, sondern eine, die die Kinder erfunden haben. Sie hatten nämlich herausgefunden, dass Sand den Lehm stützt, als sie daraus Dächer und Rundungen formten. Am nächsten Tag, als der Lehm getrocknet war, holten sie den Sand heraus. So wurde auch das Dach des Ofens gebaut. Die Kinder hatten die perfekte Lösung gefunden.

Was hat gut oder nicht so gut geklappt?

Die Menge an Matsch und die Begeisterung der Kinder ohne Rücksicht auf ihre Kleidung und Umgebung hat uns anfangs ziemlich überrascht. Gelohnt hat es sich trotzdem: Wir konnten auf diese Weise einige Familien mit Fluchthintergrund in den Kita-Alltag einbinden. Sie und andere Eltern brachten ihre Expertise ein und kommen nun regelmäßig auch zu Backaktionen. Das ist ein guter Weg, gemeinsam den Kita-Alltag zu gestalten.

Bilder: Eindrücke vom Lehmbauofen-Projekt

Kinderhände spielen mit dem Matsch.
Im Ofen wird leckeres Essen zubereitet.
Kinder vermischen Lehm und Wasser.

Infos zur Zertifizierung

Gehört Forschen auch in Ihrer Kita, Ihrem Hort oder Ihrer Grundschule zum Alltag? Dann lassen Sie sich zertifizieren. Informationen zum Zertifizierungsverfahren und das Bewerbungsportal finden Sie unter www.haus-der-kleinen-forscher.de unter der Rubrik "Zertifizierung".

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