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Praxisbeispiel

"Wir brauchen die Eltern"

Eine gelungene Integration hängt von verschiedenen Faktoren ab. Welche Bedürfnisse haben die Kinder, welche die Erzieherinnen und Erzieher? Welche Rahmenbedingungen herrschen im jeweiligen Bundesland und welche in der Kita oder Schule? Eine Kitaleiterin aus München erzählt, welche Rolle Elternarbeit für sie spielt.

Die Kita

  • Kindertagesstätte Ittlingerstr. 36A
  • Ansprechpartnerin: Fotini Petsiou
  • Ort: München
  • Kinder: 50 Plätze; fünf Kinder ohne Migrationshintergrund; 13 verschiedene Nationalitäten

Was verstehen Sie unter einer gelungenen Inklusion?

Fotini Petsiou: "Wenn sich jeder hier willkommen und angekommen fühlt. Zu merken, jeder kommt gerne in unsere Kita: mein Team, die Kinder und die Eltern. Wir wollen die Kinder gerne weiterbringen, aber dazu brauchen wir die Eltern."

Welches sind aktuell die größten Herausforderungen für Ihre Kita auf dem Weg zur gelungenen Inklusion?

Porträtfoto von Fotini Petsiou. Sie hat dunkle Haare und dunkle Augen.
© privat
Fotini Petsiou leitet die Münchner Kita Ittlingerstraße

F. P.: "Das ist die Elternarbeit. Wir müssen uns ja immer wieder mit den neuen Eltern verständigen und eine Vertrauensbasis aufbauen."

Wie gelingt die Elternarbeit in der Kita?

F. P.: "Es gilt natürlich, die kulturellen und religiösen Hintergründe der Familien zu berücksichtigen. Wer kommt aus welchem Land? Wo liegen die Besonderheiten? Was muss man beachten? Gibt es eventuell Fettnäpfchen und wie können wir sie umgehen? Aber meist dauert es nur vier bis sechs Wochen, bis eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut ist."

Gibt es weitere Maßnahmen, die gut klappen?

F. P.: "Strukturell sind wir sehr gut aufgestellt. Wenn ich eine Fachberatung brauche, kann ich mich an die Stadt München wenden. Die Fachberatung kommt direkt in die Einrichtung. Wir werden außerdem von einer interkulturellen Pädagogin unterstützt. Und auch sie wird von einer Fachberatung betreut. Für die Eltern gibt es im Stadtteil ein Bildungslokal. Dort bekommen sie viel Unterstützung und es gibt zahlreiche Angebote für Familien. Zu Veranstaltungen, die uns betreffen, bekommen wir Einladungen und nehmen dann ebenfalls daran teil."

Können MINT-Experimente bei der Integration von Kindern helfen?

Ein Kind forscht mit Wasser in geometrischen Behältern
© Stiftung "Haus der kleinen Forscher"
Wasser übt eine Faszination für alle Kinder aus

F.P.: "Wenn die Kinder zu uns kommen und noch kein deutsch sprechen, fangen wir mit dem Thema Wasser an. Das kennt jedes Kind, egal aus welchem Land es kommt. Wir merken, wenn wir nur mit Bildmaterial arbeiten, mit Bilderbüchern oder mit dem Spielmaterial, das wir hier haben, sind viele Kinder zaghaft und leise. Wenn wir mit Wasser forschen und entdecken, dann sind alle Kinder voll dabei und es ist keine Scheu da. Die Kinder freuen sich einfach, lachen und lernen viele Begriffe. Alle drei Monate haben wir auch unsere Forschernachmittage. Dann zeigen die Kinder den Eltern, was sie geforscht und gelernt haben und sind sehr stolz darauf, was sie schon alles können."

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