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Praxisbeispiel

Mit dem Elterncafé ein "Wir-Gefühl" schaffen

Kitaleiterin Antje Bath hatte die richtigen Räumlichkeiten, um geflüchtete Kinder in Wilhelmshaven aufzunehmen. Im Interview berichtet sie von den Herausforderungen, die dieser Schritt mit sich brachte, und den Hoffnungen, die sie jetzt in das Format "Elterncafé" setzt.

Zwei Kinderhände halten Papiermännchen, die alle unterschiedlich aussehen
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Ein "Wir-Gefühl" schaffen - das möchte Kitaleiterin Antje Bath

Die Kita

  • Kita Wilhelmshaven-Süd
  • Ansprechpartnerin: Antje Bath
  • Ort: Wilhelmshaven
  • Kinder: 75 Plätze (56 Kitakinder, 19 Hortkinder); 16 geflüchtete Kinder

Was verstehen Sie unter gelungener Integration?

Antje Bath: "Jeder hat das Recht integriert zu werden. Daher setzt Integration erst einmal voraus, dass ich den Wunsch habe, integrieren zu wollen. Das hat mit Haltung zu tun, mit Wertschätzung. Wenn ich in einem sozialen Beruf arbeite und Menschen mag, dann gelingt Integration. Es ist ein Weg und wir begleiten die Kinder und deren Familien dabei."

Welches sind aktuell die größten Herausforderungen bei Ihrer Arbeit?

A. B.: "Das ist zum einen die räumliche Nutzung bei uns. Als immer mehr geflüchtete Menschen nach Wilhelmshaven kamen, benötigte die Stadt Wilhelmshaven weitere Kindergartenplätze im Rechtsanspruch, und auch unser Träger ist gefragt worden, ob dazu die Möglichkeit besteht. Der Gruppenraum unserer Kita- Vormittagsgruppe bot sich für eine weitere Kita-Gruppe am Nachmittag an. Seit März 2016 betreuen wir insgesamt 56 Kita-Kinder in drei Gruppen: eine Halbtagsgruppe am Vormittag, eine Halbtagsgruppe am Nachmittag sowie eine Ganztagsgruppe. Des Weiteren befinden sich in den Horträumen unserer Einrichtung am Nachmittag 19 Hortkinder aus der Grundschule ( 1.- 4. Klasse).

Zum anderen ist es herausfordernd eine gemeinsame Sprache als Team zu finden, da durch unterschiedliche Arbeitszeiten der Erzieher und Erzieherinnen sowie Gruppenstrukturen wie zum Beispiel die unterschiedlichen Öffnungszeiten der Gruppen, selten alle Erzieherinnen und Erzieher gleichzeitig im Haus sind. Aufgrund des geringen gemeinsamen Zeitaspektes bleibt nur ein kleines Zeitfenster für den Austausch gruppenübergreifender Angebote und Projekte."

Die Elternarbeit ist ein wesentlicher Grundstein unserer Arbeit.

Wie gelingt die Elternarbeit in der Kita?

A. B.: "Die Elternarbeit ist ein wesentlicher Grundstein unserer Arbeit. Wir sind erst einmal allen fremd und jeder hat konkrete Vorstellungen, wie das eigene Kind erzogen werden soll. Gefühlt gelingt uns die Elternarbeit aber schon gut, die Eltern sind erreichbar. Gerade zum rechten Zeitpunkt kommt jetzt ergänzend das Projekt 'Elterncafé' in unsere Kita."

Wie kam es zum Projekt "Elterncafé"?

A. B.: "Durch die uns gegebenen Rahmenbedingungen ist es schwierig, eine Gemeinschaft zwischen allen Kindern in unserer Kita, aber auch Eltern, zu schaffen. Hier gehen Kinder aus einem Stadtviertel gemeinsam in eine Kita, ohne das zu wissen. Daran möchten wir arbeiten. Wir möchten gerne die Eltern miteinander in Austausch bringen und vernetzen und wir wünschen uns, dass ein Wir-Gefühl entsteht.

Im Oktober 2017 haben wir dann den Zuschlag erhalten für das Projekt über die 2. Förderwelle des Bundesprogramms Sprach-Kita. Wir haben zunächst klein angefangen, mit einer Sitzgruppe in unserem Eingangsbereich. Unser Projekt ist noch in den Kinderschuhen, daher überlegen wir aktuell noch sehr viel, wie wir es am besten organisieren. Wo findet unser Elterncafé statt, kann es in allen Räumen stattfinden? Welche Zeiten eignen sich gut, vormittags oder nachmittags? Kann es zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden? Das Café soll auch zu unterschiedlichen Themen stattfinden, zum Beispiel 'Einschlafschwierigkeiten' oder 'Spiele'. Im Idealfall kommen die Ideen natürlich zukünftig von den Eltern.

Wie wir es genau machen, ist noch nicht klar. Aber Erfahrungen bekommt man nur durch Machen."

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