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Praxisbeispiel

"Ich wünsche mir einen Laptop in jedem Raum"

In der Elternarbeit zeigt der Kindergarten Knaggerei in Wildeshausen bei Oldenburg klare Kante: Weniger Termine, die es dafür in sich haben. Fehlt nur noch eine geeignete Medienausstattung und mehr Fachkräfte. Meint zumindest Kita-Leitung Monika Schäfer.

Eine Hand voll Sand über einem Sandkasten
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Im Kindergarten Knaggerei wird mit allen Kindern entdeckt und geforscht

Die Kita

  • Kindergarten Knaggerei
  • Ansprechpartnerin: Monika Schäfer
  • Ort: Wildeshausen
  • Kinder: 100 Plätze; 35 Kinder haben Migrationshintergrund, 7 geflüchtete Kinder

Was verstehen Sie unter gelungener Integration?

Monika Schäfer: "Das ist das, was wir hier tun. Dass alle Kinder und Eltern gerne in den Kindergarten kommen und sich wohl und angenommen fühlen."

Welches sind aktuell die größten Herausforderungen bei Ihrer Arbeit?

M. S.: "Der Fachkräftemangel. Wir müssen im Moment zwei Kolleginnen vertreten und finden nur schwer Ersatz. Wenn wir voll besetzt sind, sind wir ein Team von zwölf Personen. Wir haben eine Sprachfachkraft und eine QuiK-Kraft. Die QuiK-Kraft hilft uns sehr. Das können wir schon sagen, obwohl sie erst seit kurzem bei uns ist."

Was ist eine QuiK-Kraft?

M. S.: "Die niedersächsischen Kommunen erhalten in den kommenden Jahren rund 300 Millionen Euro, um die Kindertagesstätten besser mit Personal auszustatten. Insbesondere Einrichtungen mit einer hohen Zahl an Kindern, die aufgrund ihrer Herkunft kein oder nur wenig Deutsch können, sollen personelle Verstärkung erhalten und so bei der Integration und Sprachförderung unterstützt werden.

Mit der QuiK-Richtlinie wird die Einstellung von zusätzlichen (sozial-)pädagogischen Fachkräften gefördert. Die Träger erhalten aber auch die Möglichkeit, Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger als Zusatzkräfte einzustellen und pädagogisch nachzuqualifizieren, sollten Fachkräfte nicht kurzfristig eingestellt werden können. Die Ausschüttung der Mittel erfolgt über die örtlichen Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe."

Wir müssen wohl dosieren, wann wir die Eltern einladen

Wie gelingt die Elternarbeit in der Kita?

M. S.: "Die Elternarbeit ist ein Thema, aber nicht mehr das herausragende Thema. Wir haben viele berufstätige Eltern, denen wir keine zehn Elternabende im Kindergartenjahr anbieten müssen. Da würde keiner kommen, weil die Zeit einfach nicht da ist. Wir müssen wohl dosieren wie, warum und auch wann wir die Eltern einladen, damit sie sich motivieren lassen. Für die Eltern, die abends nicht kommen können, bieten wir Elternnachmittage an, die gut angenommen werden.

Auch haben wir unsere Veranstaltungen zurückgefahren. So findet zum Beispiel nicht jedes Jahr eine Weihnachtsfeier statt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Angebot an Feiern in der Adventszeit im Allgemeinen sehr groß ist. Aus diesem Grund müssen Eltern aus Zeitgründen sehr genau überlegen, an welcher Feier sie teilnehmen. Wir bieten stattdessen unter anderem kleine Feiern zu anderen Jahreszeiten an, oder nutzen die Randzeiten, wie Bring- und Abholzeit des Kindergartentages für kurze feierliche Zusammenkünfte. Mit dieser Flexibilität der Angebote machen wir sehr gut Erfahrungen und die Beteiligung ist höher.

Besonderen Wert legen wir auf den Austausch mit den Eltern: Ob es nun Tür- und Angelgespräche, regelmäßige Elterngespräche oder nur ein kurzes Tagesfeedback ist, alles ist ein wichtiger Bestandteil der Elternarbeit in unserem Kindergarten und trägt zu einem vertrauensvollem Miteinander zum Wohle der Kinder bei.

Die großen Feste sind echte Events

Kitaleiterin Monika Schäfer steht vor einer Weltkarte für Kinder
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Kitaleiterin Monika Schäfer

Gruppenübergreifende Kindergartenfeste finden in unserem Kindergarten natürlich auch statt. Sie werden dann aufwändig vorbereitet und gefeiert. Dabei helfen uns die Eltern, die wir über Aushänge oder direkte Ansprache finden. Natürlich werden wir auch vom Elternrat und dem Förderverein des Kindergartens unterstützt. So können wir Feste und Feiern für alle Familien des Kindergartens organisieren, vorbereiten und erleben.

Unsere Sprachfachkraft macht uns von Zeit zu Zeit darauf aufmerksam, wenn Feste anderer Religionen anstehen. Beim Zuckerfest brachten uns Eltern Teller mit Süßigkeiten mit in den Kindergarten und sie haben sich sehr gefreut, dass wir über das Fest Bescheid wussten und uns mit ihnen freuten. Es ist ein supertolles Miteinander."

Was würden Sie sich für Ihre Arbeit wünschen?

M. S.: "Ich hätte gerne in jedem Gruppenraum ein Laptop. Wir haben das Fachzeitschriftenangebot im Kindergarten auf einige wenige Zeitschriften reduziert. Diese werden von den Kolleginnen regelmäßig gelesen. Ansonsten hat der Computer Einzug gehalten. Wenn wir auf der Suche nach Ideen sind, nutzen wir weitestgehend das Internet. Nicht nur aus diesem Grund hätte gerne einen Laptop pro Gruppe.

Außerdem wünsche ich mir für unseren Eingangsbereich einen Medienbildschirm, damit ich die Fotos, die wir machen, nicht immer ausdrucken und aufkleben muss, sondern die aktuellen Fotos für Kinder und Eltern gut sichtbar sind. Sie sehen, ich habe noch viele Ideen."

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