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Praxisbeispiel

Gemeinsam kochen und immer wieder reden

Rachel Nangally organisiert die Kinderbetreuung in Unterkünften und weiß, dass ein Ankommen und vielleicht auch ein Umdenken nicht sofort stattfinden. "Reden ist wichtig. Immer wieder reden." Und wenn neue Familien kommen, führt sie oft dieselben Diskussionen. Das braucht Durchhaltevermögen.

Die Ideengeberin

Rachel Nangally war Teamleiterin der Kinderbetreuung in der Berliner Notunterkunft in der Ruschestraße in Lichtenberg und arbeitet derzeit in derselben Position in der Gemeinschaftsunterkunft Gerlinger Straße in Neukölln. Hier wohnen zurzeit rund 500 geflüchtete Menschen, in Lichtenberg lebten zeitweise sogar über 1.000.

Rachel Nangally hat in ihrer Heimat Kamerun ein Waisenhaus aufgebaut, das ihre Schwester betreut. Dafür sucht sie weitere Unterstützer. Informationen gibt es bei Sources Despoir.

Sagen können: "Hier sind einige Dinge anders."

Portraitbild von Rachel Nangally
Rachel Nangally organisiert die Kinderbetreuung in Flüchtlingsunterkünften

"Ich bin gläubige Christin, eine Frau. Ich trage kein Kopftuch, aber mitunter auch Röcke, die über dem Knie enden. Immer, wenn neue Kinder zu uns kommen, wundern sich einige von ihnen. Von den ganz Kleinen und auch Teenager. Manche kritisieren das ganz offen. Das ist gut, denn so entsteht ein Gespräch. Wenn sie sagen: 'Du solltest ein Kopftuch tragen!', entgegne ich: 'Ich bin schön, so wie ich bin und du bist schön, so wie du bist.' Wenn sie sagen: 'Du solltest einen langen Rock tragen', frage ich sie: 'Warum?' Sie fangen dann an, zu überlegen. Das ist mir wichtig.

Das möchte ich ihnen mit auf den Weg geben: abzuwägen, zu hinterfragen und offen zu sein und zu merken 'Hier zählt der Zusammenhalt der Menschen, und es ist egal, wo du herkommst.' Denn auch die verschiedenen Nationalitäten haben sich hier bekämpft: Es gab immer wieder Streit zwischen den Menschen aus Syrien und denen aus Afghanistan. Sie haben sich gegenseitig diskriminiert.

Gemeinsam kochen

Was aber allen gemeinsam war, war der Wunsch danach, selber zu kochen. Immer, wenn ich die Menschen in der Notunterkunft in Lichtenberg gefragt habe, was sie sich am meisten wünschen, dann sagten sie: 'Kochen!'

Essen ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Kultur, aber dort wohnten sie in Zimmern ohne Küche und wurden in der Kantine versorgt. Gemeinsam mit ihnen zu kochen und zu essen trägt ganz stark zu einem guten Miteinander bei."

Praxistipps im Überblick

Jeder einzelne Praxistipp ist eingebettet in ein funktionierendes Gesamtkonzept der jeweiligen Bildungseinrichtung. Die Ideen und Tipps sollen Impulse für die tägliche Arbeit setzen und anregen, eigene Ideen zu entwickeln. Hier geht es zurück zur Übersicht.

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