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Praxisbeispiel

Bilderbuchkino in zwei Sprachen

Einmal die Woche lädt die Kita im Tam in Berlin-Kreuzberg zum Bilderbuchkino ein. Bilderbücher werden auf Deutsch und in einer anderen Sprache vorgelesen und dazu auf einer Leinwand betrachtet. Später erzählen dann die Kinder die Geschichte.

Kinder sitzen mit ihrer Erzieherin vor einer improvisierten Leinwand
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Alle warten gespannt auf den Beginn des Bilderbuchkinos

Was ist das Bilderbuchkino?

Das Bilderbuchkino geht auf eine mehrfach ausgezeichnete Initiative der Bürgerstiftung Berlin aus dem Jahr 2010 zurück. Die Stiftung scannt Bücher ein und stellt sie als Präsentationen zur Verfügung, ein Bild pro Folie. So kann das Buch vorgelesen und die Bilder dazu in Kinoatmosphäre an die Wand projiziert werden. Von einigen Büchern existieren türkische und arabische Übersetzungen. So sollen Eltern Lust darauf bekommen, zu Hause vorzulesen.

So macht es die Kita im Tam

Kinder stehen in einer Schlange, eine Frau verkauft ihnen symbolisch Eintrittskarten.
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Schon beim Einlass kommt echtes Kinogefühl auf

Das Bilderbuchkino in der Kita im Tam findet wöchentlich statt und ist vor allem ein Projekt der Stadtteilmütter. Die Kino-Atmosphäre beginnt bereits beim Einlass. Für einen - wenn möglich zum Thema des Buchs passenden - Gegenstand können die Mädchen und Jungen eine Kinokarte erwerben. Anschließend nehmen die Kinder in einem abgedunkelten Raum Platz, in dem ein weißes Tuch als Leinwand dient.

Dann wird vorgelesen, abwechselnd auf Deutsch – zum Beispiel von Sprachfachkraft Berit Ruge – und auf Türkisch oder Arabisch von einer der Stadtteilmütter. Übersetzt haben die Mütter die Texte selbst. Jede Mutter hat ihren eigenen Stil und entscheidet, ob sie hinter den Kindern sitzenbleibt und vorliest oder vorne neben der Leinwand steht und wie ein Kinoerzähler durch das Buch führt. Zwischendurch und hinterher ist natürlich auch immer wieder Zeit für Fragen.

Lebendige Geschichten

Im Anschluss an die Kinovorstellung versuchen die Stadtteilmütter, Berit Ruge, Kitaleiterin Annett Neumann und ihre Kolleginnen und Kollegen, die Inhalte des vorgelesenen Buchs in der Kita praktisch aufzugreifen. Eine Steinsuppe, wie im gleichnamigen Buch von Anais Vaugelade zum Beispiel, lässt sich gut nachkochen. "So leben die Kinder die Geschichten", erzählt Berit Ruge, "und wir können auf lebhafte Art und Weise das Interesse an Büchern wecken."

Bilderbuchkino aus Kindermund

Kinder im Kita-Alter sitzen auf Stühlen und schauen auf eine improvisierte Kino-Leinwand. Eine Frau mit Kopftuch steht daneben.
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Stadtteilmutter Najla Majeed erzählt die Geschichte auf Arabisch

Ein bis zwei Wochen nach der ursprünglichen Vorstellung wird das Bilderbuchkino ein zweites Mal besucht. Diesmal allerdings sind die Kinder die Kinoerzähler. Sie wechseln sich ab. Jedes Kind kann selbst entscheiden, wie viel und in welcher Sprache es erzählen möchte. Für die Sprachfachkraft und ihre Kolleginnen ein guter Rücklauf zu der Frage: Wie viel Sprachverständnis hat das Kind bereits? Ergänzend findet alle drei Monate ein thematischer Elternabend zum Thema Sprachentwicklung statt.

INFO Kita im tam

Das interkulturelle Familienzentrum tam in Berlin-Kreuzberg ist ein Begegnungs- und Austauschort für Familien in Trägerschaft des Diakonischen Werks Berlin Stadtmitte. Die Kita ist Teil des Zentrums und bietet 100 Plätze ab 0,5 Jahre. Sie ist eine von acht Berliner Modellkitas.

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