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Ideen für einen Unterricht, der Mehrsprachigkeit integriert statt ignoriert

Die Grundschule – ein Ort der Vielfalt

Wie kann ich als Lehrkraft die Erstsprache der Kinder in meiner Klasse bewusst in den Unterricht mit einbeziehen? Wie gestalte ich einen Unterricht, der Mehrsprachigkeit integriert statt ignoriert? Die Studentin Fidan Tuldari stellt einige Unterrichtsideen vor.

Abgebildete Kochutensilien sind in unterschiedlichen Sprachen beschriftet
Manchmal ist es ganz einfach, Mehrsprachigkeit in den Schulalltag zu integrieren.

Fidan Tuldari

Fidan Tuldari ist selbst zweisprachig aufgewachsen. Aktuell studiert sie an der Universität Hildesheim Deutsch, Mathematik und Soziologie und erstellt ihre Bachelorarbeit. Studienbegleitend arbeitet sie für das Projekt "Gemeinsames Lernen & Fußballspielen" (FUNAH) mit mehrsprachigen Schülerinnen und Schülern.

Eine wichtige Voraussetzung ist Vertrauen.

Mit nur wenig Aufwand können die Familiensprachen der Kinder in den Unterricht einbezogen werden. Für die Lehrkräfte bedeutet dies aber auch Sprachen zuzulassen, die sie selbst nicht verstehen und sich auf das Wissen der Kinder über Sprache einzulassen. So können alle Schülerinnen und Schüler in einer Klasse von der Mehrsprachigkeit Einzelner profitieren und deren Wissen als Ressource für sprachliches Lernen nutzen.

Wie kann ich am besten Mehrsprachigkeit fördern?

Fidan Tuldari: "Es gibt zahlreiche Themen, bei denen sich ein sprachlicher Dialog anbietet. Es geht darum, nicht nur deutsch zu lernen, sondern die Kinder auch zu fragen: 'Wie heißt das in deiner Mutter- oder Familiensprache?'"

In vielen Schulen hängen Plakate in den Klassenzimmern oder in der Eingangshalle, auf denen "Herzlich Willkommen" in unterschiedlichen Sprachen geschrieben steht. Aber wie integriere ich Mehrsprachigkeit ganz konkret in meinen Unterricht?

F. T.: "Warum nicht einmal eine 'Sprache der Woche' ernennen? Ein Kind darf eine Woche lang die Klasse in seiner Familiensprache begrüßen und anleiten, zum Beispiel in einem ritualisierten Morgenkreis. So werden die Schülerinnen und Schüler aktiv in den Unterricht integriert und übernehmen eine Expertenrolle. Oder sammeln und übersetzen Sie Redensarten in den Herkunftssprachen der Schülerinnen und Schüler in Ihrer Klasse. Lassen Sie die Kinder erklären, was die Redensarten bedeuten und nach ähnlichen Ausdrücken suchen."

Und wie kann ich darüber hinaus Anlässe zur Förderung von Mehrsprachigkeit schaffen?

F. T.: "Dazu gibt es eigentlich immer Gelegenheit. Vor allem bei Themen, die das Interesse der Schüler wecken. Ein möglicher spannender Anknüpfungspunkt ist zum Beispiel die Sprache der Tiere: Überall auf der Welt werden tierische Laute unterschiedlich wahrgenommen. Und die Unterschiede in den verschiedenen Sprachen können erheblich sein! Das Bellen eines Hundes kennt man in Deutschland als 'wau wau', in Großbritannien als 'bow wow', in der Türkei als 'hav hav'. Warum also nicht mit den Kindern gemeinsam ein Tier-Memory basteln und darauf aufbauend ein mehrsprachiges Unterrichtsgespräch initiieren?"

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